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Nachdem man jahrelang sämtliche
Anstrengungen unternommen hat, in die 1. Bundesliga zurückzukehren, ist dies nun
nach nur einem Jahr Zugehörigkeit ein schwerer Schlag für die Kegelabteilung der
SpVgg Weiden, die 1. Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen. Konnten wir
noch in der abgelaufenen Saison mit dem 4. Platz der 1. Mannschaft und mit dem
Aufstieg der 2. Mannschaft in die Landesliga den bisher größten sportlichen
Erfolg verbuchen, müssen wir nun einen herben Rückschlag verkraften. Herr
Schwarz in seiner Funktion als Abteilungsleiter als auch ich als sein
Stellvertreter und Sportwart haben bis zuletzt alle Anstrengungen unternommen,
die Sache doch noch zu einem guten Ende zu bringen.
Es war sicher die schwierigste Entscheidung
in meiner dreißigjährigen Keglerlaufbahn. Wir haben uns diese Entscheidung auch
nicht leicht gemacht, aber sie war in letzter Konsequenz aus dreierlei Gründen
unumgänglich.
Zwar hätte jeder Grund für sich, wäre es
der einzige gewesen, alleine nicht ausgereicht um diese Entscheidung zu
rechtfertigen, aber in der Summe blieb uns am Ende keine andere Wahl als unsere
1. Mannschaft aus der 1. Bundesliga Herren 120 Wurf zurückzuziehen.
1. stelle ich den sportlichen Wert einer
1.Bundesliga 120 Wurf in Frage, solange es parallel eine weitere 1.
Bundesliga 200 Wurf gibt, in der nach altem Modus ebenfalls um den Deutschen
Meistertitel gespielt wird, es aber auch wie eh und je sportliche Absteiger
gibt. . Man stelle sich z.B. eine parallel laufende 1. Fußballbundesliga vor, in
der z.B. nur mehr zweimal 30 Minuten gespielt wird, und zusätzlich Punkte, für
Ecken oder wer länger im Ballbesitz ist, vergeben werden.
Zudem herrscht in der 120er Liga eine
dreiklassen Gesellschaft:
Angeführt von der Übermannschaft Zerbst,
denen zwar derzeit nicht mal der frühere Abonnementmeister Bamberg das Wasser
reichen kann, die aber trotzdem immer noch gut genug sind um den Rest der Liga
zu dominieren. Danach folgen einige Teams wie Staffelstein, Amberg oder auch wir
die die sportliche Mittelklasse vertreten und sich je nach Tagesform und
Heimvorteil auf Augenhöhe begegnen.
Dann gibt es noch das Tabellenende, das
sich aber nicht wie in allen andern Sportarten durch Ab- und Aufsteiger
verändert, denn es gibt ja keinen Absteiger, weil keiner der unteren Teams in
dieser neuen Liga spielen will.
Um was spielen also diese Teams in dieser
Liga? Salopp gesagt um die goldene Ananas!
2. ist es sehr schwierig Sponsoren zu
finden, die diese im Sport wohl einmalige Situation, nachvollziehen können und
dies auch finanziell noch unterstützen Da ein Bundesligateam ja auch
dementsprechend Geld kostet, angefangen von den Spielerentschädigungen bis hin zur
Ausstattung und den nicht unerheblichen Fahrtkosten, stellt sich die Frage ob
dieser finanzielle Aufwand, im Verhältnis zum erzielbaren sportlichen Erfolg,
noch lohnt.
3. Sollte jeder Spieler auch Spaß an seinem
Sport haben und ihn gerne und mit Leib und Seele ausüben können und dürfen.
Unsere tschechischen Spieler waren von Anfang an nicht unbedingt für die 120
Wurf, stimmten aber letztendlich deshalb zu, weil unter anderem
Mannschaftsführer Michael Wehner, Manuel Weiß aber auch Teambetreuer Erhard
Bartl und ich als Sportwart, den neuen Weg in eine sportlichen Richtung
Spielzeitverkürzung und bessere Medienpräsenz gesehen haben. Michael Wehner und
Manuel Weiß haben aus unterschiedlichen Gründen der SpVgg den Rücken gekehrt.
Somit wurde die bestehende Pat Situation
aufgehoben. Unsere tschechischen Freunde wollten sich mit einer zweiten Saison
120 Wurf mit eventuellen weiteren finanziellen Einschränkungen nicht mehr
stellen. Somit wollen und können wir auch aus Spielermangel
keine Mannschaft mehr für die Saison
2010/2011 stellen. Zwar wurde auch die Möglichkeit in Erwägung gezogen mit der
2. Mannschaft anzutreten, dies hätte aber, da alle weiter unten spielenden Teams
dementsprechend aufrücken müssten, den Abstieg von allen Teams zur Folge, was
einem sportlichen Fiasko gleich kommen würde.
Wir wären damit erster Absteiger der 1.
Bundesliga 120 Wurf, sofern es in dieser Saison nach Jahren wieder einmal einen
Absteiger aus der 1. Bundesliga Kegeln geben sollte. Ich bzw. wir sind
überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, zumal uns neben der sportlichen
Entscheidung auch eine finanzielle Konsolidierung gut zu Gesicht steht. Man kann
auch den Himmel sehen, obwohl man mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt.
Sportliche Höhenflüge sind zwar sehr schön – aber man sollte stets darauf achten
nicht abzuheben – und vor allem sie sollten finanzierbar sein! Wir werden uns in
der neuen Saison sportlich und auch finanziell neu aufstellen und versuchen
diese schwierige Situation zu meistern und zu überstehen. Da die Kegelabteilung
ab dem 1.Juli dieses Jahres eigenständig und autark agieren kann, wird dies eine
der Hauptaufgaben werden, um zukünftig solche Rückschläge zu vermeiden.
Stellungnahme zu den 20 Abgängen:
Sportlich und menschlich gesehen bedauere
ich bis auf einige wenige Ausnahmen fast alle Abgänge von Spielerinnen und
Spielern, die heuer die Kegelabteilung der SpVgg Weiden verlassen haben.
Auch die Frage ob einige vermeidbar gewesen
wären muss ich unumwunden mit ja beantworten. Allerdings nur mit dem
Wissensstand von heute, denn einige Ereignisse, die letztendlich
zu dieser doch sehr negativen Entwicklung,
gerade im Bereich Sponsoring, beigetragen haben, waren nicht vorhersehbar. So
war uns allen klar, dass z.B. ein so junger und bereits international
erfolgreicher Spieler wie Manuel Weiß nur schwer zu halten sein wird. Dass er
sich für einen Wechsel zu den Allemanen München entschieden hat, die z.Z. noch
Bayernliga (200 Wurf) spielen, hat nicht nur finanzielle Gründe. Drei seiner
Teamkollegen aus der Juniorennationalmannschaft sind ebenfalls dem Werben von
Klaus Dirnberger gefolgt, außerdem werden sie vor Ort von einem Trainer
betreut. Auch konnte niemand ahnen, dass der hauptsächliche Verfechter des
120er Spiels, Mannschaftsführer Michael Wehner nach nur einer Saison plötzlich
das Handtuch wirft und in die Bezirksliga (200 Wurf) wechselt.
Der Weggang von Andrea Imbs, die über Jahre
hinweg hervorragende Jugendarbeit geleistet hat, wird ebenfalls eine schwer zu
ersetzende Lücke hinterlassen. Ihnen, aber auch allen anderen Spielerinnen und
Spielern, die aufgrund von Pächterwechsel, sportlicher Unterforderung, privater
Resantiments oder aus anderen privaten und persönlichen Gründen die SpVgg
verlassen haben,
viel oder mehr Erfolg an ihrer neuen
Wirkungsstätte und vor allem weiterhin gut Holz!
Gert Erben
Sportwart
und 2. Vorsitzender |